Danke für Bürger-Engagement

Andreas Köcher gehört zu jenen Gerasdorferinnen und Gerasdorfern, die sich mit wertvollen Hinweisen und guten Ideen in das Miteinander in unserer Heimatstadt einbringen. Dafür danke ich, denn es erhöht wirklich die Qualität unserer Kommunalpolitik. Er hat in diesen Tagen auf meiner Facebook-Pinnwand einige wichtige Aspekte von Betrieben und Betriebsansiedelungen in Gerasdorf gepostet. Ich poste unten einfach zur Information den Thread.

Ihr/Dein/Euer
Lukas Mandl

Andreas:

Hallo Lukas Mandl. Erstmal herzliche Gratulation zum Vizebürgermeister.
Nun zu meinen Anliegen oder besser zu meinen Fragen zum „Regierungsprogramm“:
Da ich leider von eurem Koalitionspartner keine Antwort bekommen habe, könntest du mich vielleicht aufklären?

Wieso braucht Gerasdorf noch mehr „White Collar“ Arbeitsplätze? Auf welcher Grundlage basiert diese Annahme? Wieviele Lehrstellen pro Unternehmen, bzw. pro 10 Mitarbeiter (wenn solche Unternehmen überhaupt so groß werden) bieten solche Unternehmen? Was ist schlecht an dem produzierenden Gewerbe oder Industrie? Warum nicht versuchen Zukunftsträchtige Unternehmen/Branchen anzusiedeln? Warum nicht vernünftige Betriebsgrößen anstreben, wo auch ein wenig Kommunalsteuer abfällt? Wieviel nimmt die Gemeinde an 10 „White Collar“ EPUs im Vergleich zu einem Unternehmen mit 10 Mitarbeitern mehr ein?

Vielen Dank erstmal.

Lukas:

Lieber Andreas,
vielen Dank!
Das ist eine sehr gute und berechtigte Frage. Vielleicht hätten wir das besser formulieren müssen im Arbeitsprogramm. Jedenfalls müssen wir es besser umsetzen. Gemeint ist es so:

Die Kommunalabgabe, von der die Stadtgemeinde maßgeblich lebt, berechnet sich aus der Lohnsumme – wie Du sicher weißt. Die Lohnsumme ist bei „white collar“ Beschäftigen höher. Dazu kommt noch, dass es in Teilen Gerasdorfs, in denen es bisher Versäumnisse gab, echte Probleme mit der Lebensqualität gibt, weil Betriebsstätten und Wohnhäuser nicht richtig voneinander getrennt sind.
Bei „white collar“ Arbeitsplätzen fällt die Herausforderung, das Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten besser zu organisieren, zwar nicht weg (zum Beispiel wegen des Verkehrs), aber das Problem ist deutlich abgemildert.
Aber – und das ist wohl zu wenig ausgeführt im Programm – selbstverständlich sind auch andere Arbeitsplätze, wenn die Betriebe geeignete Standorte haben, sehr, sehr willkommen. Und ganz besonders wertvoll sind Lehrstellen, von denen wir viel mehr brauchen könnten in Gerasdorf.
Wir wir werden in der Praxis der Betriebsansiedelungen auch entsprechend handeln. Stadtrat für diesen Bereich und Ausschussvorsitzender ist Jürgen Trimmel. Mit ihm absolviere ich schon bald entsprechende Termine.
Ich möchte Dir noch ausdrücklich dafür DANKEN, dass Du Dir zu diesem Thema Gedanken machst und diesen völlig richtigen und wichtigen Hinweis gemacht hast! Ich freue mich sehr, dass Du für unser Gerasdofs mitdenkst! Danke vielmals!
Lieben Gruß,
Lukas

Andreas:

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Grundsätzlich sollte sich doch jeder Gerasdorfer seine Gedanken zu diesem Thema machen, denn Wirtschaft ist für jede Gemeinde enorm wichtig.
In einem Punkt muss ich vollkommen zustimmen:

Wohngebiete müssten räumlich von Industrie- und Gewerbegebiete getrennt sein, sofern die Bevölkerung unter dem Betrieb mit Minderung der Lebensqualität leidet.
Was wir aber nicht vergessen dürfen:
Jeder beschwert sich über alles mögliche. Keiner will Betriebe in seiner Nähe haben, aber im gleichen Atemzug beschwert man sich über Jugendarbeitslosigkeit und die generelle Arbeitslosigkeit.
Hier muss von beiden „Fronten“ Annäherung passieren. Man kann nicht alle Betriebe verbannen/vergrämen und sich dann wundern warums in der Nähe keine Arbeit gibt. Zusätzlich muss von Betrieben darauf geachtet werden, dass die Umgebung nicht unnötig belastet wird.

Selbstverständlich weiß ich wie die Kommunalsteuer berechnet wird, ich bezahle sie ja jedes Monat

Auch wenn die „white Collar“ Jobs (ich pers. mag diese Begriffe nicht, haben für mich einen vertuschenden Beigeschmack) eine höhere Lohnsumme, und somit höhere Kommunalsteuer abwerfen, ist meiner Meinung nach das Handwerk und produzierendes Gewerbe wesentlich Zukunftsträchtiger. Meiner Meinung nach ist das dauernde „aufblühen“ diverser „Büros“, „Markler“, „Agenturen“, usw. mit Vorsicht zu Genießen. Ich glaube, dass das nur eine Modeerscheinung unserer Gesellschaft.
Ich persönlich glaube trotzdem daran, dass ein mittelständisch (ordentlich) Geführter Handwerks- oder Industriebetrieb wertvoller für eine Gemeinde sein kann als eine Vielzahl dieser Kleinstunternehmer (Was nicht heißt, dass diese nicht notwendig sind).
Weiters glaube ich, dass in gut Geführten Betrieben, wesentlich mehr Zukunft für unsere Jugend steckt, als der Großteil der Bevölkerung denkt, denn in diesen Betrieben werden ordentliche Lehrberufe und Ausbildungen angeboten.
Gerasdorf hat Verkehrstechnisch und Infrastrukturell enormes Potenzial welches unbedingt genutzt werden sollte. Schaut euch „Vorzeigegemeinden“ an, z.B. Wolfurt (V) & Fa. Meusburger, da ist ein riesiger (800 Mitarbeiter) Familienbetrieb mitten im Ortsgebiet und die Gemeinde ist heilfroh, genauso wie die Anrainer, 100 Lehrstellen pro Jahr, zig Arbeitsplätze für die Region, und Kommunalsteuer fällt sicher auch ein bissl was an
Mir ist sehrwohl bewusst, dass solche Größenordnungen nicht immer möglich und realisierbar sind, aber es zeigt, dass durch einen vernünftig geführten Betrieb auch Bevölkerung damit einverstanden ist, und stark profitiert. (ganz zu schweigen von sozialen Projekten dieser Betriebe). Es gibt eine Fülle an Beispielen von solchen Betriebs und Gemeinden Zusammenarbeiten.

Es freut mich dass es zu diesen Themen Termine geben wird. Sind diese dann auch öffentlich zugänglich? Es würde mich freuen, wenn man sich dort auf „Augenhöhe“ und konstruktiv über solch wichtige Themen unterhalten und einbringen kann.

Vielen Dank & Viele Grüße Andreas

Lukas:

Lieber Andreas, klar: ohne Produktion gibt es keine anderen Branchen. Die Großen können ohne die Kleinen nicht leben – und umgekehrt. Und der Dienstleistungs-Sektor kann ohne den Produktions-Sektor nicht leben. Ein gutes Miteinander ist ganz wichtig. Und: Wie wir vor etwa einem halben Jahr ja auch persönlich besprochen haben: Eine anständige Ausbildung in einem Lehrbetrieb zu einem Facharbeiter, der wirklich etwas kann (um dieses System beneiden Österreich übrigens viele Länder der Welt) wirft deutlich mehr Lebenseinkommen ab als viele Berufe mit einer angeblich „höheren Ausbildung“ (schon wieder so ein absolut verunglückter und falscher Begriff). Und eine Stadt braucht eben auch eine guten Mix – sowohl für die Wirtschaft als auch für die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten. – Ich informiere Dich gerne über die Termine und wenn Du willst, kannst Du zu Gesprächen in St. Pölten bei Ecoplus gerne mitkommen. Jedenfalls informieren wir natürlich wie immer öffentlich über die Ergebnisse unserer Arbeit… Danke nochmal für Dein Mitdenken und Deine wirklich konstruktiven und sinnvollen Zeilen. Ich werde in den nächsten Tagen in meinem Blog www.vize-mandl.at darüber berichten. Lieben Gruß, Lukas

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