Gerasdorfer Gedenken anlässlich 70 Jahre Befreiung

Vor sieben Jahrzehnten wurde Österreich vom nationalsozialistischen Verbrecherstaat befreit. Aus meiner Kindheit und aus Gesprächen meiner Eltern mit Gemeindeverantwortlichen hatte ich im Hinterkopf, dass unter diesem Unrechtsregime auch in Gerasdorf ein Lager gegeben hat, wo Menschen zu Unrecht festgehalten waren und übel behandelt wurden, teils bis zum Tod.

Die Koalitionsparteien haben in den Verhandlungen zum Arbeitsprogramm der neuen Stadtregierung meine Idee und Initiative gutgeheißen, dieses Kapitel der Gerasdorfer Geschichte aufzuarbeiten und der Opfer in einer würdigen Weise zu gedenken. Denn es gehört zu einer reifen Kultur der Freiheit, der Ethik und der Gewissenhaftigkeit, Opfer nicht zu vergessen. Da dieses Gedenken noch heuer eine angemessene Form bekommen und beginnen soll, war die Arbeit frühzeitig zu starten.

Ich habe daher kurz nach der Konstituierung des neuen Gerasdorfer Gemeinderates den Historiker Stephan Roth, der am Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) arbeitet, für einen Besuch in Gerasdorf und ein erstes Gespräch im Rathaus gewonnen. Ausgehend von diesem Gespräch habe ich mehrere Stellen kontaktiert, um Licht in dieses Dunkel zu bringen. Diese Stellen, die neben dem DÖW in Wien und St. Pölten – und möglicherweise auch in Ungarn – einschlägiges Archivmaterial haben, helfen uns dabei, Schritt für Schritt Klarheit über die Vorkommnisse in Gerasdorf zu bekommen.

Wie zu ihren anderen Schwerpunkten hat die Stadtregierung ein Team gebildet, das an diesem Thema arbeitet. Ich freue mich, dass in diesem Team die Gemeinderats-Mitglieder Florian Gratzl und Doris Dulmovits sowie Bürgermeister Alexander Vojta mitarbeiten. – Es gibt einige Gerasdorferinnen und Gerasdorfer, die noch sehr viel zu den Inhalten dieses Teams beitragen können. Stadtamtsdirektor Herbert Klenk hilft hier auch sehr intensiv mit. Alle diese Mitbürgerinnen und Mitbürger werden wir noch kontaktieren.

Vor ein paar Wochen gab es im Kurier eine informative Seite über das Schicksal jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Ungarn, das laut dem derzeitigen Forschungsstand eng verwandt ist mit dem Schicksal der meisten Opfer auf Gerasdorfer Boden. Hier zur Information der Kurier-Artikel! (Aus diesem Artikel stammt auch das Bild.)

Ihr/Dein/Euer
Lukas Mandl

Ein Gedanke zu “Gerasdorfer Gedenken anlässlich 70 Jahre Befreiung

  1. Das finde ich super. Aufarbeitung dieser Zeit ist und bleibt ein wichtiges Thema. Viel Freude bei der Findung, es wird auch sicher Trauer geben, wenn man Schicksale findet, die einen belasten. Wie gesagt war ich beschäftigt mit den Kindern vom Spiegelgrund, Euthanasie usw. Es war zeitweise schrecklich die Schicksale zu lesen zu erkennen, dass es da noch überlebende Kinder gibt, die Verwandte hatten und von einander nichts wussten. Diese zusammenzuführen war aufregend und traurig zugleich. Ich wünsche dem Team Neugier f. d. Arbeit, Kraft und Ausdauer, letztendlich viel Erfolg!“
    Eva Galuska

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